Voraussetzungen für Touren im Himalaya

Bitte lesen Sie die folgenden Zeilen aufmerksam durch.

Touren im Himalaya stellen an die Besucher zumeist hohe körperliche Anforderungen, es sei denn, die bewanderten Höhen bleiben unterhalb von 5000 m. Für größere Höhen müssen sich Mitteleuropäer gründlich vorbereiten und zusätzlich im Land akklimatisieren.

Die Konstitution der Nepali ist an die großen Höhen angepaßt. Größere Lungen im Verhältnis zur Körpergröße und ca. die doppelte Anzahl an roten Blutkörperchen erleichtern ihnen den Aufenthalt in großen Höhen jenseits der 5000 m. Zusätzliche Vorteile ergeben sich aus zwei weiteren Umständen, die für Luxusmenschen auf den ersten Blick gar nicht so positiv wirken: Die Bewohner der Bergregion sind klein und verfügen über hohe Ausdauer und Kraft. Die zumeist vegetarische Ernährung führt zu geringerer Körpergröße mit entsprechenden Gewichtsvorteilen. Leichtathleten können ein Lied davon singen. Und da es im Bergland keine Straßen sondern nur Bergpfade gibt, muß alles getragen werden. Um also einen Sack Reis, Mehl, Zucker, etc. in die hohen Regionen zu befördern (und der meiste Teil Nepals gehört dazu), muß Muskelkraft eingesetzt werden.

Die teilweise mangelhafte Ernährung und die schwere Arbeit also machen den Nepali zum überlegenen Bergwanderer.

Um den Anforderungen einer Trekking- bzw. Bergwanderreise in Nepal gewachsen zu sein, empfiehlt sich neben ausreichender medizinischer Vorbereitung, wie allg. ärztliche Untersuchungen inkl. aller notwendigen Impfungen, eine mindestens 3-monatige sportliche Vorbereitung. Es ist sicher nicht nötig die Konstitution eines Arnold Schwarzeneggers aufzubauen (wäre eher hinderlich) oder gleich mit dem Marathonlaufen zu beginnen.

Die gezielte Kräftigung einiger, für das Bergsteigen und lange Laufen wichtiger Muskelgruppen ist aber unabdingbar, falls man sich nicht wie ein Mehlsack zwischen den Mitreisenden fühlen möchte. Es gilt auch zu bedenken, daß Wetterstürze und andere Probleme über Nacht die Anforderungen drastisch erhöhen können.

Um den obigen Ausführungen zu entsprechen hat Himalaya-Adventure Trainingspläne erarbeitet, die zusammen mit Fitneßstudios in den jeweiligen Orten durchgeführt werden können. Den Fitneßstudios sollte in allen Fällen ein Sportarzt zu Seite zur Seite stehen, der als kompetenter Partner die gesundheitlichen Fragen beantwortet und individuelle Probleme lösen hilft.

Fragen Sie uns nach Ihrem individuellen Trainingsplan, den wir Ihnen dann passend zur Route vorschlagen. Bitte vergessen Sie bei Ihrer Anfrage nach dem Trainingsplan nicht Ihr Alter, Geschlecht, Gewicht, sportliche Leistungsfähigkeit, etc. anzugeben.

Noch ein Hinweis zum Schutz Ihrer Gesundheit: Kondition und Höhenverträglichkeit stehen in keinem Zusammenhang! Selbst Hochleistungssportler können von den Symptomen der Höhenkrankheit wie starken Kopfschmerzen, Atemnot, Schwindel, etc. befallen werden. Stellen sich diese Anzeichen dauerhaft ein, gibt es nur ein Mittel: Sofort die jeweilige Höhe verlassen und ca. 500 – 1000 m absteigen. Diesem Rat sollte unbedingt folge geleistet werden, denn die Höhenkrankheit führt überraschend schnell zu Wasseransammlungen in Lunge, Herz und Gehirn (Lungen- bzw. Hirnödem) und damit häufig zum Tod. Falscher Stolz oder Gruppenzwang sind in den Bergen, egal ob Himalaya oder Alpen immer fehl am Platz!

Hier noch einmal kurz eine grobe Zusammenfassung der allgemeinen Anforderungen:

  • Gute Kondition entsprechend der geplanten Tour
  • Höhenverträglichkeit nach Maßgabe des höchsten Punktes der Tour
  • Erste Hilfe-Grundkenntnisse (Speziell auch Kälteschäden/Sonneneinstrahlungsschäden und richtiges Verhalten). Frischen Sie Ihre Kenntnisse bei Ihrem Ortsverband der Roten Kreuzes oder ähnlichen Organisationen auf.
  • Alle notwendigen Impfungen. Tetanus, Polio, Typhus, Hepatitis A und B, Gelbfieber (in der Dschungelregion), Malaria, etc. Auskünfte über Art und Umfang der Impfung erteilt das Gesundheitsamt. Nicht auf die leichte Schulter nehmen! Jede Impfung ist besser als das beste Medikament im Krankheitsfall!
  • Einwandfreie Ausrüstung, angepaßt an die individuelle Tour und Kälteempfindlichkeit. Es gilt die Regel: So viel als nötig, aber nichts unnötiges! Fragen Sie uns. Wir stellen bei einer eventuell gemeinsamen Bergtour in den Alpen Ihre persönliche Ausrüstung zusammen.

Schwierigkeitsgrade in unseren Angeboten

Leichtes Trekking: Gehzeiten in der Regel so zwischen 4 bis 6 Std. Feste Wege/Pfade, evtl. Weg/Steiganlagen, die von jedem normal geübten Bergwanderer mit entsprechender Trittsicherheit begangen werden können.

Anspruchsvolleres Trekking: Gehzeiten in der Regel so zwischen 4 bis 8 Std.. Meist feste Wege/Pfade, gelegentlich auch weglose Passagen, ausgesetzte Steige/Steiganlagen, die neben erhöhter Anforderung an Trittsicherheit auch ein entsprechendes Maß an Schwindelfreiheit benötigen. Evtl. auch weglose Bach/Flußüberquerungen.

Bei geplanter Besteigung von leichteren Berggipfeln (leichte Hochtour) auch entsprechende grundtechnische Erfahrungen (Verhalten, Einteilung Kondition, Wettereinschätzung, Gehen in weglosen, evtl. verblocktem Gelände, leichte Fels- oder Firnbegehung (gletscherfrei) jedoch zumeist noch ohne Einsatz von Seil, Steigeisen, Pickel etc.).

Normale Hochtour: Erhöhte Anforderung an Kondition, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Höhenverträglichkeit. Steile Anstiege über Flanken, Grate, Rinnen. Seilfreies Gehen auch noch in sehr steilem Gelände und entsprechende eigene bergsteigerische Erfahrung aus den Alpen bzw. gleichwertigen Gebieten erforderlich. Grundkenntnisse des Umgangs mit Seil (Sicherungstechniken in Fels und Eis), Umgang mit Steigeisen und Pickel notwendig. (Bei Gletscherbegehung auch Grundkenntnisse Sicherung auf Gletschern und Spaltenbergung).

Schwere Hochtour: Höchste Anforderung an Kondition, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, Höhenverträglichkeit. Steilste Anstiege über Fels und Eis. Seilfreies Gehen auch noch im steilsten Gelände und ausgefeilte Kenntnisse in Fels- und Eistechnik, Sicherungstechniken; Perfekter Umgang mit Seil, Steigeisen, Pickel und Rettungstechnik in Fels und Eis und bei Gletscherbegehungen. Es ist eine langjährige Erfahrung entsprechend schwierigerer Touren in den Alpen bzw. gleichwertigen Gebieten absolute Voraussetzung. Dies schließt auch entsprechende Kenntnisse in Orientierung, Wetterkunde, Tourenplanung, Einschätzung von Lawinen und Steinschlaggefahr, Geländebeurteilung, erweiterte Kenntnisse in erster Hilfe (spez. Höhenkrankheiten etc. ) ein.

Nebenbemerkung

Eine exakte Einteilung ist wie bei den meisten Outdoor-Sportarten , die objektive und subjektive Gefahrenmomente in freier Natur beinhalten, nicht möglich. Die vorgenannten Beschreibungen dienen deshalb nur zu einer groben Einschätzung entsprechend notwendiger Anforderungen, die jedoch in Abhängigkeit einer gewählten Tour entsprechend abweichen können.

Schlußbemerkung

Wenn Sie Touren abseits von häufig begangenen Wegen gehen möchten (anspruchvolles Trekking, normale Hochtouren) absolvieren Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit doch einfach den Grundkurs Fels, sowie mindestens einen Eiskurs beim Alpenverein oder dem Naturfreunde e.V. Dort lernen Sie alles notwendige um sich in Fels und Eis sicher zu bewegen und in die richtige Ausrüstung zu investieren. Denn eines sollte einem Besucher der hohen Bergregionen immer bewußt sein: Man bewegt sich in einem, den Polarregionen entsprechenden Umfeld mit allen Gefahren die auch jenseits des 70. Breitengrades drohen. schneller Wetterwechsel, Stürme, Schnee, Eis und weitgehend ungesicherte Routen machen anspruchsvolle Touren einerseits zu Abenteuer und Erlebnis, dürfen aber niemals unterschätzt werden.